Sonntag, 6. Oktober 2013

Kopfsalat - Ist Hunde erziehen vermenschlichen?

CANISUND Kopfsalat beschäftigt sich mit Themen und Begriffen, zu denen wir keine absoluten Wahrheiten kennen. Wir möchten damit in einer Zeit, in der jeder nach der Vorgabe von Wahrheiten sucht und man mit Tipps zugeschüttet wird, einen Raum geben. Einen Raum, seine eigenen Antworten zu suchen. Man muss sie nicht immer finden…
Thema heute: Hundeerziehung – mit Schwerpunkt auf dem Wort „Erziehung“

Frage zum Anfang: Was heißt eigentlich Erziehung? Was ist Erziehung?

Ist Erziehung nicht ein anpassen menschlicher Wesen, in erster Linie Kinder, an kulturelle und politische Systeme?

Kennen Hunde Kultur oder Politik?

Können wir Hunde überhaupt erziehen?

Erziehen sich Hunde gegenseitig?

Lernen Hunde untereinander nicht nur einige Regeln kennen? Regeln, die das Überleben sichern. Ist das schon Erziehung?

Die sozialen Regeln unter Hunden sind in Nordkorea dieselben, wie in Deutschland.

Kennt ein in Nordkorea erzogener Mensch alle Regeln, die ein in Deutschland erzogener Mensch kennt?

Ist Hunde erziehen zu wollen, nicht eine Form von vermenschlichen?

Hunde lernen in Hundegruppen einige wenige, wichtige Regeln im Umgang miteinander. 100te Dinge und Verhaltensweisen können sie völlig frei entscheiden.

Hunde müssen beim Menschen 100te Regeln lernen. Was dürfen sie eigentlich frei entscheiden?

Kann sich ein nach menschlichen Maßstäben erzogener und gemaßregelter Hund, dem keinerlei Freiheiten zugestanden werden, überhaupt wohl fühlen?

Lebt ein so erzogener Hund oder existiert er nur?

Sind unerzogene Hunde automatisch gefährlich?

Sind erzogene Hunde, die mit allen Mitteln an eine bestimmte menschliche Kultur oder Verhaltensvorstellung angepasst werden, gefährlich?

Gezielte Hundeerziehung in der gesamten Gesellschaft gibt es wohl erst seit wenigen Jahrzehnten in den „reichen“ Ländern der Erde. Sind durch Hundeerziehung die Probleme Mensch/Hund geringer geworden?

Gibt es heute mehr Probleme als zu den Zeiten, als Hunde praktisch nicht erzogen wurden?

Leben Hunde erst seit 20 Jahren in Städten und müssen deshalb erzogen werden?

Gab es vor 20 Jahren keine Städte?

Müssen wir eigentlich erziehen, müssen wir Hunde in unsere kulturellen Formen pressen, mit allem Mitteln? Reicht es nicht, wie die letzten 15.000 Jahre, dass wir die Anpassungsfähigkeit von Mensch und Hund nutzen und sie sich lernend aneinander anpassen lassen? Reichen nicht einige klare Regeln – oder brauchen wir unbedingt 100te Verbote für unseren Seelenfrieden?

Wenn ein Hund, der durch schlechte Behandlung aggressiv wurde, durch Training wieder auf den „Friedenspfad“ gebracht wird. Was ist das dann? Erziehung, Umerziehung, Therapie?

Benutzen wir den Begriff „Erziehung“ nicht viel zu pauschal?

Benutzen wir den Begriff „Erziehung“ nicht inflationär?

Bedeutet „Erziehung“ nicht für jeden etwas anderes – auch begründet auf der eigenen moralischen und kulturellen Erziehung?

Wird der pauschale Begriff „Erziehung“ nicht für Philosophien missbraucht?

Frage zum Ende: Was heißt eigentlich Erziehung? Was ist Erziehung?

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