Sonntag, 30. Dezember 2012

Weil es in die Zeit passt: Sind Hunde untereinander wirklich so robust?


Im Moment hört und liest man als Rechtfertigung für einen „robusten“ Umgang mit Hunden wieder vermehrt, dass Hunde miteinander auch nicht zimperlich sein würden. Kann man das wirklich so pauschal betrachten? Dazu habe ich mir bereits in der WUFF 11/2012 meine Gedanken gemacht. Weil  die Gedanken gerade gut in die Zeit passen   ;-)  , kann man sie hier noch einmal nachlesen:
http://www.gratis-webserver.de/zzh/data/downloads/247223/Hunde_untereinander_robust.pdf

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Riepes Hundetalk – Vorschau 2013 und Mithilfe…

Hunde, Freiheiten und Kontrolle…
Die erste Sendung von „Riepes Hundetalk“ für 2013 ist bereits gedreht und wird in der 6. Kalenderwoche auf NRWISION zu sehen Sein. Tierpsychologe Jörg Tschentscher und ich unterhalten uns dort darüber, wie viele Freiheiten Menschen ihren Hunden zugestehen dürfen und sollen. Und wie man diese Freiheiten hundegerecht umsetzen kann, ohne gleich die „Kontrolle“ zu verlieren… Freuen sie sich auf die erste Sendung 2013 – die genaue Sendezeit wird hier noch bekanntgegeben.
Für weitere Sendung Ihre Mithilfe benötigt
Für eine weitere Sendung benötigen wir die Mithilfe unserer Zuschauer. Es ist eine Sendung geplant, wo Fragen der Zuschauer beantwortet werden. Meine Kollegin Kathrin Schar  und ich werden Ihnen dort Antworten geben, nach denen Sie vielleicht schon lagen suchen…
Da pauschale Antworten rund um ein spezielles Problem eines bestimmten Hundeindividuums allerdings selten von seriösem Erfolg gekrönt sind, möchten wir uns auf die Beantwortung von Fragen beschränken, die allgemein beantwortet werden können, ohne „pauschalen Schaden“ anrichten zu können (z. B. Fragen wie: „Verhalten sich Hunde untereinander wirklich so robust?“ etc.). Bitte schicken Sie die Fragen an folgende Emailadresse: thomas@riepehunde.de. Wir freuen uns auf interessante Fragen und auf die Aufgabe, sie in unserer Sendung zu beantworten.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Weihnachtsgrüße oder die Frage zur Moral? Die Gedanken zum falsch benutzten Napf…

Eigentlich wollte ich mich heute hinsetzen um im Blog die üblichen Weihnachtgrüße zu senden. Aber ich habe mich gegen einen einfachen Text mit Wünschen und Grüßen entschieden – aus gutem Grund möchte ich doch einen etwas „umfangreicheren“ Text formulieren. Im Verlauf des Textes werden aber auch die Wünsche nicht zu kurz kommen…
Hund mit Futternapf geschlagen
Doch was ist passiert, was meine geplante Textformulierung geändert hat? Nun, ich wurde von vielen Hundefreunden um meine Meinung gebeten. Meine Meinung zu einem Video, welches seit Beginn der Woche für viel Aufsehen im Internet sorgt. In diesem Video wird eine Sequenz gezeigt, wo Menschen mit einem Deutschen Schäferhund „trainieren“. Der Hund trägt einen Maulkorb, und zeigt offensichtlich ein, in meinen Augen klar erkennbar, angstaggressives Verhalten –bei Annährung von Menschen. Es wird also eine Situation herbeigeführt, die den Hund in diese Lage bringt, sein sehr wahrscheinlich als Verteidigungsstrategie erlerntes Aggressionsverhalten zu zeigen. Ein Mann in Regenkleidung kommt ins Bild und nähert sich dem Hund. Als der Hund sich den Mann jetzt durch eine Attacke vom Leibe halten möchte (also einen angstaggressiven Vorstoß zeigt), wird ihm mit voller Wucht ein Futternapf vor die Schnauze gehauen. Der Hund ist sichtlich beeindruckt, möchte die in der Situation für ein Lebewesen einzig richtige Strategie anwenden und flüchten, was durch die Leine, an der er gehalten wird, nicht möglich ist. Nicht nur nicht möglich, der Hundehalter ruckt auch noch einige Male an Leine und Halsband. Danach wird der sichtlich verängstigte Hund wieder in die gleiche Situation gebracht und möchte sich nun hinter seiner Besitzerin in Sicherheit bringen – dem einzigen Menschen, zu dem er in diesem Video noch einen Rest von Vertrauen zu haben scheint. Doch die lässt ihn mit seiner Angst vollkommen allein, als sich der Regenmantelmann wieder nähert. Der Hund attackiert den Regenmantel zwar in dieser Situation nicht, weil der Eindruck des Napfhiebes noch zu stark wirkt. Doch was lernt der Hund hier? Er lernt, dass sich nähernde Menschen gefährlich sind, mit Schmerz und Angstgefühlen verbunden sind. Und sein Frauchen ihm nicht hilft… Selbst wenn der Hund unter dem Eindruck des Schlages noch einige Zeit „vor Menschen kuscht“ – die negativen Verknüpfungen sind da. Und jederzeit kann es passieren, dass der Hund seinen angeborenen Willen zu überleben und Schaden von sich selbst abzuwenden, über den Eindruck des Napfschlagens stellt. Was sich in einer aggressiven Entladung schlimmsten Ausmaßes zeigen kann…
Schlagen als Rettung vor dem Einschläfern?
So weit, so schlecht. Das erst einmal nur zu dem, was im Video gezeigt wird. Als das Video jetzt im Netz veröffentlicht wurde, ging ein verständlicher Aufschrei durch die Szene der Hundehalter, ein Aufschrei, der die Macher, oder besser die menschlichen Beteiligten dieser Vorgänge anscheinend ähnlich beeindruckt hat, wie der Hund vom Schlag mit dem Blechnapf beeindruckt wurde. Die „Darsteller“ sahen sich als genötigt, eine Stellungnahme abzugeben. Und ich muss dazu ganz ehrlich sagen, diese Stellungnahme hat mich fast noch mehr geschockt, als die Misshandlung des Tieres auf dem Video selbst. Die Rechtfertigung, Ausrede, wie immer man es nennen möchte, ist kurz und knapp so zu verstehen: Der Hund hat vor dieser Behandlung schon gebissen – und um ihm das Einschläfern zu ersparen wird er mit dieser „Methode“ dazu gebracht, nicht mehr zu beißen und so vor dem Einschläfern gerettet. Das ist, kurz gesagt, die Kernaussage der Rechtfertigung.
Und an dieser Stelle muss ich es leider tun – obwohl ich mir fest vorgenommen habe, bei der Behandlung dieses Themas komplett sachlich zu bleiben. Es geht aber nicht anders, es ist eine Übersprungshandlung um meine Verärgerung zu kompensieren.
Als ich die Rechtfertigung der „Videodarsteller“ lese, falte ich die Hände, schaue nach oben und sage: „Oh mein Gott, was für ein hirnrissiger Schwachsinn ist das denn?“
Persönliches empfinden als „Schwachsinn“
Schachsinn? Ja nichts weiter als purer Schwachsinn – wenn ich denn meine ganz persönlichen moralischen Ansprüche zugrundelege. Und das ist mir an dieser Stelle ganz wichtig zu betonen – meine persönlichen Ansprüche. Und darum möchte ich hier gar nicht weiter auf die Moral anderer, hier im Speziellen auf die Moral der Napfschläger eingehen, oder deren Jünger, die solche Rechtfertigungen wieder rechtfertigen. Anscheinend haben diese Menschen und ich ein komplett anderes Empfinden über den Umgang mit empfindungsfähigen Lebewesen. Und jeder muss die Frage der Moral und des Mitgefühls für andere Geschöpfe für sich selbst entscheiden. Ich möchte mich in die Missionierung gar nicht einschalten.
Mensch ist meist schuld am aggressiven Verhalten von Hunden
Darum nur einige Worte, warum das in meinem Weltbild abgrundtiefer Schwachsinn ist und ich ganz persönlich so etwas niemals anwenden würde.
Der Hund mag aggressiv sein. Er mag auch schon gebissen haben. Aber warum hat er das getan? Ist er ein Monster, ein dominantes Untier, das die Menschen unterwerfen möchte? Mitnichten. Nach meiner beruflichen Erfahrung werden aggressive Übergriffe von Hunden auf den Menschen in fast allen Fällen überhaupt erst durch den Menschen verursacht. Meist wenn der Hund innerhalb seiner „Erziehung“ oder „Ausbildung“ mit übermäßig viel Aggression, Frustration und dauerhaftem Stress konfrontiert wird. Wenn er also ständig nur gemaßregelt wird, wenn seine Bewegung ständig eingegrenzt wird, wenn er an der Leine geruckt wird, mit Rappelmitteln beworfen wird, in die Lende gezwickt wird, mit Würgehalsbändern gewürgt und mit Stachelhalsbändern malträtiert wird. Oder wenn Elektroschocker ihre „Energien“ entfalten. Dann kann es passieren, dass das Stresssystem des Hundes das Tier  in seiner Existenz gefährdet sieht. Und Strategien zum Überleben entwickelt – die ggf. mit gesteigerter Aggression einhergehen. Und Hunde eben zu Beißern machen können. Der Mensch macht den Hund gefährlich, durch seinen Umgang, durch seine Erziehung. Hunde wie der im Video gezeigt, Hunde die aggressiv bissen, sind mir in meiner beruflichen Laufbahn schon oft begegnet. Zu oft, leider. Aber praktisch IMMER hatten diese Hunde eine Vorgeschichte, wo sie Gewalt durch Menschen erfahren hatten. Sie also vom Menschen zum Beißer gemacht wurden. Und nicht als böse Monster vom Himmel gefallen sind…
Und wenn mir dann ein Mensch, ein „Hundetrainer“ oder wer oder was auch immer mit dem Argument kommt, man könne einen Hund, der aggressiv ist (mit großer Wahrscheinlichkeit vom Menschen verschuldet) nur vor dem Einschläfern retten, indem man ihm noch mehr Gewalt antut, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so recht, was ich dazu überhaupt noch äußern soll. Im Prinzip braucht man dazu auch nicht wirklich etwas sagen…
Beißen als Strategie und Schutz vor menschlicher Gewalt
Wenn man sich nur etwas mit dem Lernverhalten von Säugetieren auskennt, wenn man nur ein ganz kleines bisschen von den Auswirkungen von Dauerstress und Schmerzbehandlung auf Verhalten versteht. Dann weiß man, dass dieses immer weitere aufschaukeln der Gewaltspirale keine ernsthafte Lösung sein kann und darf.
Wenn man einen Hund hat, der wie im Video keine andere Möglichkeit im Leben sieht, sich unerfreuliche Dinge, Menschen und Regenmanteltypen vom Hals zu halten, als sich so aggressiv zu Verhalten. Den biegt man nicht wieder hin durch noch mehr Gewalt. Dadurch macht man ihn endgültig zur Zeitbombe, zu einer noch schlimmeren Gefahr, als er ohnehin schon ist.
Und, damit wären wir wieder bei der Moral – bei meiner persönlichen Vorstellung von Moral. Wir tun einem solchen Hund noch etwas Schlimmeres an, als den Schmerz selbst. Die ständige Angst vor dem Schmerz – der Hund führt ein Leben in Angst und Stress, er fühlt sich dauerhaft nicht gut – er führt ein Leben, bei dem man sich fragt, ob es Lebenswert ist…
Traumatisiert und verängstigt – ein lebenswertes Leben?
Was bestimmt nicht heißen soll, dass man Hunde, die tatsächlich aggressiv geworden sind, einschläfern sollte. Um Gottes willen, nein! Wie gesagt, meist ist es ja durch den Menschen überhaupt verursacht worden. Und dann sollen sich Menschen gefälligst in ihrer kollektiven Verantwortung darum kümmern, Hunden zu helfen, die durch Menschen zu dem wurden, was sie sind. Es kommt dabei in erster Linie auf ein vernünftiges Management eines solchen Hundes an  - welches allerdings nicht von jedem Hundehalter bewältigt werden kann. Aber ich bin mir sicher dass es möglich ist, bei den meisten Hunden mit ähnlichem Schicksal, durch geschicktes Management und Maßnahmen die negativen Verknüpfungen gegenüber Menschen etwas abzumildern. Und den Hunden in gesichertem (!) Umfeld ein lebenswertes Leben ermöglichen. Komplett ohne ein hochschrauben der Gewaltspirale. Und ich bin mir auch sicher, dass der im Video gezeigte Hund letztendlich auch nur durch ein Management gehalten werden kann und durch die Napfattacke nicht zum Schoßhund mutiert ist…
Nur die Spitze des Eisbergs – Gewaltspirale beginnt viel früher
Also, das Video und die Rechtfertigung dazu sind für mich persönlich und für meine Vorstellungen von Moral nicht tragbar. Aber seien wir doch einmal ehrlich – das ist doch nur die Spitze des Eisbergs in der Hundeerziehung. Über das Video wird sich zu recht im Netz aufgeregt. Wenn auch von einigen Kommentatoren manchmal in der Wahl der Worte über das Ziel hinausgeschossen wird – die Aufregung an sich ist zu verstehen. Was ich allerdings nicht verstehe, dass sich erst bei einem solch extremen Beispiel in der Form aufgeregt wird. Das Fundament für aggressive Hunde, die dann in letzter Konsequenz eingeschläfert oder mit Näpfen verprügelt werden, ist ein ganz anderes. Das Fundament für die Hundeseelen (die keine anderen Strategien mehr aus ihrem Dauerstress finden als „sich beißend zu wehren“), sind in meinen Augen die Rappeldosenwerfer, die Leinenrucker, Stachelhalsbandnutzer und Elektroschocker. Die lösen durch die aggressive Behandlung des Tieres doch erst den Verteidigungsmechanismus aus. Augenscheinlich ist nicht der Hund böse. Aber der bekommt den Napf übergebraten…
Doch noch die guten Wünsche…
Da ja jetzt die Zeit des Wünschens ist. Das einzig „Gute“ an diesem Video ist die Tatsache, dass die allgegenwärtige Gewalt in der Hundeerziehung nun ausführlich diskutiert wird.  Ich würde mir aber ernsthaft wünschen, dass nicht nur solche Extrembeispiele in den Fokus gerückt werden. Denn, wie schon gesagt. Die ganze Gewaltspirale beginnt schon viel früher…
Und abschließend möchte ich allen Lesern dann doch noch die besten Wünsche zu Weihnachten zukommen lassen.
Im Namen des gesamten Teams rund um CANISUND wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2013!
Thomas Riepe
(Chefredakteur)
 
Anmerkung zu Kommentaren:
Kommentare sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und der Diskussion, besonders bei kontroversen Themen. Allerdings sind wir der Meinung, dass jeder, der einen Kommentar schreibt, auch dazu stehen sollte, seinen Namen offen nennen und sich nicht hinter einer vermeintlichen Internetanonymität verstecken sollte. Darum können wir nur Kommentare zulassen, bei der jeder Verfasser seine Identität offenlegt. Name, Adresse und eine Emailadresse, die bestätigt werden muss, müssen unter jedem Kommentar angefügt werden.

 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Mentale Gewalt durch "Leinenruck"?

Viele Hundetrainer und Hundeexperten sprechen gern von gewaltfreier Hundeerziehung. Sie meinen damit, dass Sie keine, für jeden sichtbare Methoden anwenden, die dem Hund Schmerz und Leid zufügen. Das heißt, sie schlagen die Hunde nicht oder rucken nicht so stark an der Leine, dass die Hunde „durch die Gegend“ fliegen und sie benutzen auch keine Stachelhalsbänder. So weit, so gut – die Tatsache ist durchaus löblich, gerade in einer Zeit wo Hundetrainer, die auch offen brutale Methoden bei der Hundeerziehung zeigen, einen regen Zuspruch erfahren. Aber sind Trainer, die sich „Gewaltfrei“ praktisch als eine Art Gütesiegel auf ihre Fahnen schreiben, wirklich immer vollkommen Gewaltfrei? Oder gibt es Methoden in der Hundeerziehung, die zwar auf den ersten Blick „harmlos“ aussehen, aber in ihrer Wirkung ähnlich negative Auswirkungen haben wie offen ersichtliche Gewalt? Gibt es in der Hundeerziehung mentale Gewalt?
Um sich dem Thema etwas anzunähern, sollte man erst einmal abklären, was hinter den Wörtern „mentale Gewalt“ (auch „psychische Gewalt“) steckt. Dabei ist es allerdings recht schwer, eine einheitliche Definition zu finden – vor allem, weil sich die Wissenschaft mit der Forschung bzgl. der psychischen Gewalt gegenüber Tieren bislang recht zurückhaltend verhält. Darum seien an dieser Stelle die Erläuterungen zugrunde gelegt, mit denen man psychische Gewalt gegenüber Menschen allgemein definiert. Natürlich kann man Mensch und Hund nicht pauschal miteinander vergleichen, allerdings sind die Gehirne von Säugetieren (zu denen der Mensch zweifelsfrei zählt)  so ähnlich aufgebaut, dass man neurobiologische Wirkungsweisen durchaus übertragen kann. Psychische Gewalt ist vielfältig, daher seien hier nur einige, immer wieder benannte Faktoren aufgezählt: Psychische Gewalt ist unter anderem…
…wenn jemandem mutwillig Angst gemacht wird, wenn jemand eingeschüchtert wird, wenn jemand klein gemacht, klein gehalten, abgewertet oder gezielt entmutig, verunsichert wird. Psychische Gewalt ist aber auch immer subjektiv zu sehen, dass heißt, dass jedes Individuum sein emotionales und existentielles Empfinden anders gewichtet. Knapp ausgedrückt: Es gibt Individuen mit „dickem Fell“, es gibt Sensibelchen und eine Menge dazwischen…
Erwähnt werden sollte auch, dass eine Orientierungslosigkeit aufgrund fehlender Grenzen bei einigen Individuen ebenfalls wie psychische Gewalt wirkt – aufgrund von daraus resultierender Verunsicherung. Keinesfalls dürfen diese Grenzen aber mit weiterer Verunsicherung gesetzt werden.
Mit der Angst eines Hundes, mit Einschüchterung und Verunsicherung zu arbeiten ist also psychische Gewalt. Warum diese Form von Gewalt so besonders heimtückisch ist, möchte ich Ihnen gern anhand einer möglichen Folge der mentalen Gewalt, der Depression erläutern.
Immer dann, wenn ein Säugetier einer Situation ausgesetzt wird, die seinen Körper ungewöhnlich und stark fordert, wird das Stresshormonsystem aktiviert. Unter anderen wird das Stresshormon Cortisol produziert, welches, wenn es ins Blut gelangt, den Körper darauf vorbereitet, der außergewöhnlichen Situation zu begegnen. Der Körper wird Kampf- und Verteidigungsbereit. Den Körper belastet dieser „Verteidigungsmodus“ stark und deshalb kann und sollte dieser Zustand nicht zu lange andauern. Eben nur für die Zeit der Verteidigung, nach bereinigter Situation wird der Körper hormonell wieder in den Normalzustand zurückgefahren. Die Rückführung in den Normalzustand erfolgt über die körperliche Aktion als Abbau der Stresshormone oder über den Neurotransmitter (den Botenstoff) Serotonin, der auch den Abbau der Stresshormone herbeiführt. Wie gesagt, das funktioniert, wenn der belastende Zustand nur einen kurzen Zeitraum einnimmt. Ist die Belastung länger, oder gar dauerhaft, kann es passieren, dass der Körper die Gleichgewichtung von Stresshormonen und deren Abbau nicht mehr regeln kann und eine Art „Notbremse“ zieht um der dauerhaften Belastung zu entgehen. Das äußert sich in einer absoluten Lustlosigkeit und Antriebsarmut. Keine Bewegung hat aber zur Folge, dass auch seltener Glückshormone den Körper und die Psyche „wieder aufbauen“. Ein Kreislauf entsteht, der das betroffene Wesen mental immer weiter herunterzieht und es sich nicht mehr „wohl fühlen“ kann – es leidet psychisch, seelisch. Bei Depressionen ist das Stresshormon Cortisol dauerhaft erhöht und am entgegenwirkenden Neurotransmitter Serotonin liegt ein Mangel vor. Eine Depression kann also wie beschreiben durch eine dauerhaft belastende Angst, Unterdrückung oder Verunsicherung ausgelöst werden.
Eine solche dauerhafte Belastung beim Hund kann zum Beispiel sein, wenn man ihn mit so genannten Sprühhalsbändern „ausbildet“, bei denen der Wasserstrahl für den Hund nicht kalkulierbar, „aus heiterem Himmel“ kommt und der Hund dauerhaft verängstigt und verunsichert ist, weil er ständig auf einen neuen Strahl wartet. Eine dauerhafte Belastung ist aber natürlich auch ein ständiges Unterdrücken und Einschüchtern, was auch einen dauerhaft erhöhten Stresslevel und somit erhöhten Cortisolspiegel begünstigt. Mit den möglichen Folgen der beschriebenen Depression…
…genau wie bei der Verunsicherung durch Leinenruck und Leinenimpuls.
In einem Hunde Lifestyle-Magazin rät in der Dezemberausgabe 2010 z. B. ein Hundetrainer dazu, dem Hund die Leinenführigkeit über den so genannten „Leinenimpuls“, mit einem 10 Punkte Plan, beizubringen. Ich kann hier nicht die 10 Punkte komplett aufführen, möchte aber Sinngemäß wiedergeben, wie sich diese Methode für mich darstellt. Der Hundetrainer nennt ein kurzes, ruckartiges Ziehen an der Leine, Leinenimpuls. Dieser „Leinenimpuls“ soll in bestimmten Situationen genutzt werden, z. B. wenn der Hund schnüffelt. Das Ziel ist, dass der Hund bei jedem Leinenimpuls verunsichert wird und zum Besitzer schaut, sich am Menschen orientiert. Durch häufiges wiederholen soll der Hund bewusst so verunsichert werden, dass er, während er neben dem Besitzer läuft, ständig zu diesem schaut – weil er weiß, es kommt irgendwann der „Leinenimpuls“. Der Hund soll also nur auf seinen Menschen schauen, wenn er es nicht macht, kommt ein Ruck. Durch dieses Konzentrieren auf den Besitzer bekommt der Hund auch mit, wenn der Mensch die Richtung wechselt. Wechselt der Hund auch die Richtung, ist es gut, wenn nicht, gibt es eben einen Ruck, einen „Impuls“. Damit der unangenehme Ruck ausbleibt, wird der Hund irgendwann lernen, jeden Richtungswechsel seines Besitzers mitzumachen. Fazit des Trainers ist, dass der Hund, über diesen „Leinenimpuls“ bewusst verunsichert werden soll, um ständig seinen Besitzer und dessen Handlungen im Blick zu behalten. Dieser Hundeexperte arbeitet also ganz bewusst mit der dauerhaften Verunsicherung – die, wie bereits erläutert, zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen kann, welches für den Hund letztlich eine psychische Qual bedeutet. Der Leinenimpuls ist also, wie hier in einem anderen Blogartikel bereits erläutert, nicht nur körperliche, schmerzhafte Gewalt. Leinenimpulse können auch mental höchst gewaltsam wirken und das Wohlbefinden eines Hundes nachhaltig negativ beeinflussen…

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Anmerkung zu Kommentaren:
Kommentare sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und der Diskussion, besonders bei kontroversen Themen. Allerdings sind wir der Meinung, dass jeder, der einen Kommentar schreibt, auch dazu stehen sollte, seinen Namen offen nennen und sich nicht hinter einer vermeintlichen Internetanonymität verstecken sollte. Darum können wir nur Kommentare zulassen, bei der jeder Verfasser seine Identität offenlegt. Name, Adresse und eine Emailadresse, die bestätigt werden muss, müssen unter jedem Kommentar angefügt werden.

Montag, 3. Dezember 2012

Hundetalk „Best Of 2012" und Yellowstone-Impressionen

“Riepes Hundetalk” ist 2012 sehr erfolgreich auf NRWISION gestartet. Die zweite Sendung zum „hundegerechten Alltag“ mit Maria Hense wurde auf Anhieb die meistgesehene Sendung des Senders aller Zeiten. Und auch die erste Sendung mit Jörg Tschentscher zum Thema „Hundeglück“, belegt eine Spitzenposition in den Sendercharts.
Eigentlich waren für 2012 nur 2 Sendungen geplant, aber aufgrund des großen Erfolgs gibt es in der Adventszeit nun eine „Best Of“ Sendung, mit den interessantesten Aspekten der beiden Sendungen, sowie einem Spezialteil mit Impressionen aus dem Yellowstone-Nationalpark in den USA.
Für 2013 sind jetzt fest 4 Sendungen geplant. Freuen Sie sich auf spannende Themen und Interessante Gäste. Bei der Sendung, bei der keine Hunde vorgeführt werden…
Die Redaktion und das Team von „Riepes Hundetalk“ wünscht eine schöne Adventszeit.
Im TV auf NRWISION u. a. am 5.12. um 17:05 Uhr; am 7.12. um 17:05 Uhr oder am Samstag, 8.121. um 18:30 Uhr.
Direkt zur „Best Of“ Sendung gelangen Sie, wenn Sie auf das Bild klicken:

Montag, 5. November 2012

TV-Kritik - Tiere suchen ein Zuhause am 04.11.2012 / Triebstau


In der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ (WDR 3) wurde am 04.11.2012 ein Bericht über den Schutzhundesport gezeigt. Dazu hat die CANISUND-Redaktion folgende Kritik verfasst:
„Schutzhundesport ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Wenn über dieses Thema berichtet wird ist es daher unerlässlich, sehr genau zu recherchieren und das Thema aus allen Blickwinkeln zu durchleuchten. Leider ist das in dem genannten Beitrag nicht einmal im Ansatz gelungen. Während der ganzen Dauer wurde deutlich, dass viele Argumente gesucht und genannt wurden, die die vermeintliche Harmlosigkeit dieser Sportart dokumentieren. Dabei wurden fast ausschließlich Argumente vorgetragen, die zum altbekannten Repertoire der Schutzhundesportszene gehören und von dort immer wieder zu hören sind. In einer ausgewogenen Reportage ist dagegen auch nichts zu sagen, solange auch Gegenargumente gehört werden und auch Gegner sachlich angehört werden. So gibt es viele Wissenschaftler und Experten, die fundierte Argumente gegen diese Sportart vorbringen können. Zum Beispiel hätte man im Beitrag hinterfragen müssen, ob die ständige Stimulation des Jagdverhaltens und das ständige versetzen des Hundes in ein sehr hohes Erregungslevel nicht gesundheitliche und verhaltensbiologische Folgen haben kann. Dazu gibt es inzwischen recht eindeutige, empirisch untermauerte Hinweise. Zudem stellt sich dem Zuschauer die Frage, wie in einem solchen Beitrag gezeigt werden kann, dass die Hunde an einem Kettenhalsband geführt werden, in das ein Hund bei der Stimulanz des Jagdverhaltens mehrfach springt. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass ein Hund dabei keinen Schmerz empfindet – außerdem ist heute ziemlich klar belegt, dass ein Hund, der häufig in ein solches Halsband springt, sich in großer Gefahr befindet, nachhaltige Rückenprobleme zu bekommen. Ein Fakt, der im Bericht nicht einmal im Ansatz hinterfragt wurde. Genauso wie die fast unglaubliche Aussage des Kommentators, dass beim Stockschlagen ein weicher Stock benutzt würde, und der Hundeführer beim Einsatz dieses Geräts, welches traditionell zu dem Sport gehört, den Hund so wenig wie möglich berühren würde. Auf den Stock könne man nicht verzichten, weil er zur Prüfungsordnung gehöre! Anstatt zu hinterfragen, ob man den Sport und seine Prüfungsordnung nicht hundgerechter ändern könne, wird beschönigt. Und das zieht sich durch den ganzen Beitrag. Es wird beschönigt, nach Rechtfertigungen gesucht und an keiner Stelle wird ernsthaft nachgefragt und hinterfragt.
Ganz schlimm wird es aber an den Stellen, wo als Rechtfertigung der Jagdtrieb genannt wird, den die Hunde ausleben müssten, weil sie Schaden nehmen könnten, wenn sie dies nicht könnten. Es wurde zwar nicht direkt so genannt, aber das Märchen vom Triebstau wurde ganz klar erzählt. Was dem unausgewogenen Bericht leider die Krone aufsetzt. Wenn es auch verschiedene Blickwinkel in der Hundeerziehung gibt und auch dem Umgang mit dem Hund an sich. Und auch wissenschaftliche Erkenntnisse immer unterschiedliche Betrachtungen zulassen. So ist sich die Wissenschaft heute doch in einem Punkt recht einig: Einen Triebstau gibt es nicht (siehe unten angehängten Artikel), und wenn man darauf die Grundlage für Schutzhundesport baut, baut man auf dünnem Eis.
Ich möchte darauf hinweisen, dass sich diese Fernsehkritik nicht auf den Schutzhundesport an sich bezieht. Das ist ein anderes Thema – die Hauptkritik an dem Beitrag zielt auf die einseitige Berichterstattung ab. Und auf die wirklich schlechte Recherche bezogen auf ein kontroverses Thema. Natürlich kann man den nachfolgenden Gedanken bei einem öffentlich rechtlichen Sender ausschließen. Würde ich einen solchen Beitrag allerdings bei einem privaten Sender sehen, würde mir direkt der Gedanke einer gelungen Lobbyarbeit kommen.“
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Folgend ein Artikel aus dem BLOG „Klartexthund“ zum Thema Triebstau:     

Das Märchen vom Triebstau

Im Zusammenhang mit vielen „Erziehungsmethoden“ und auch Sportdisziplinen rund um den Hund hört man immer wieder das Wort „Triebstau“. Vielfach wird dann geäußert, dass der Hund ja Triebe, wie z. B. den Jagdtrieb hätte, den er als Raubtier unbedingt benötige. Wenn er diesen nicht regelmäßig ausleben könne, würde sich der Treib „aufstauen“ und ggf. könnten „aufgestaute Triebe“ zu Überreaktionen des Hundes führen, bis zu stark aggressivem Verhalten. Das hört sich auf den ersten Blick schlüssig und logisch an und diese Theorie hält sich daher hartnäckig unter Hundehaltern. Klingt schlüssig – aber ist sie deswegen auch richtig?
Um diese Frage näher zu erläutern, müssen wir uns der Theorie dort nähern, wo sie begann. Die Theorie des Triebstaus beruht auf der so genannten Leerlauftheorie innerhalb der Instinktheorie von Konrad Lorenz. Lorenz ging davon aus, dass ständig eine „aktionsspezifische Energie“, eine „Triebenergie“ im Tier aktiv, bzw. präsent wäre. Diese Triebenergie sollte praktisch immer zur Verfügung stehen, wenn der dazugehörige Trieb ausgelebt werden müsse. Fliehen, jagen oder paaren. Wenn es jedoch zu keiner Endhandlung komme (kein Feindkontakt, keine Beute oder keine Geschlechtspartner) würden diese Treibenergien immer mehr und sich irgendwann aufstauen – so weit,  dass sie sich irgendwann irgendwie entladen müssten. Durch Unruhe, sinnlose Handlungen etc. Zusätzlich würde der „Schwellenwert“ heruntergesetzt, das Tier würde schneller und öfter auf Reize stark reagieren. Klingt immer noch schlüssig, allerdings sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass Konrad Lorenz die Theorie aufgrund seiner Interpretation von wenigen, für ihn seltsamen Handlungen einiger Tiere aufstellte. Wissenschaftlich nachgewiesen und mit empirischen Daten unterlegt hat er die Theorie nie. Trotzdem wird sie bis heute oft unreflektiert als Grundlage im Umgang mit Hunden genutzt.
Schlüssige Theorie?
Auch wenn die Theorie logisch klingen mag, wer sich aber genauer mit der Natur beschäftigt, und vor allem mit den Überlebensstrategien von Wildtieren in ihrem natürlichen Umfeld, sollte bei der Theorie eigentlich ins Grübeln kommen. Und sich die ganz wichtige Frage stellen, die eigentlich für jedes Wildtier eine existentielle Bedeutung hat. Die Frage der Energieeffizienz. Die Evolution hat es so eingerichtet, dass jedes Lebewesen die ihm zu Verfügung stehenden Energien (die ihn „am Laufen“ halten) sehr effizient und vor allem sparsam einsetzt. Weil Energie, weil Nahrung nicht immer im Übermaß zur Verfügung steht. Wenn jetzt also ständig eine Triebenergie fließen würde, von der der Körper nicht weiß, wann er sie gezielt einsetzen kann, wäre das recht unökonomisch. Man könnte das, um es etwas plastischer zu verdeutlichen, damit vergleichen, dass der Motor eines Autos immer im Stand laufen müsse, damit ich irgendwann losfahren kann. In dem Falle wären die Erdölreserven der Erde wohl in einige Wochen verbraucht…
Die Energie des Autos ruht solange, bis wir durch Schlüsseldrehung den Motor starten. Erst dann können wir fahren und die Energie gezielt für die Fahrt verwendet. Nicht viel anders „funktioniert“ ein Lebewesen, vom Insekt bis zum Menschen. Für bestimmte Tätigkeiten werden Energien benötigt. Mal mehr, mal weniger – und immer wird durch das herumdrehen des Schlüssels, einem Schlüsselreiz, der Motor angesprochen, der die entsprechende Handlung umsetzt. Zwar läuft unser „Motor“ immer, um z. B. unsere Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten, damit wir uns bewegen und atmen können etc.
Energieverschwendung
Werden aber weitaus energieintensivere Tätigkeiten benötigt (Flucht, Kampf, Jagd, Paarung), wird das zentrale Nervensystem über den entsprechenden Impuls, den Reiz (Schlüssel) angesprochen, welches wiederum dafür sorgt, dem Körper die notwendigen Energien zur Verfügung zu stellen um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Durchblutung steigern, Muskeln anspannen etc.
Energien werden aus logischen, ökonomischen Gründen immer erst dann abgerufen und benötigt, wenn ein Reiz diese anfordert. Ein Raubtier zum Beispiel, welches hungrig ist, begibt sich auf die Suche nach Beute. Findet es eine potentielle Beute wird über das Erblicken der Beute das Zentralnervensystem stimuliert, welches dem Körper blitzschnell die nötigen Energien zur Verfügung stellt, welches es zur Jagd benötigt. Verschwindet das Beutetier aber plötzlich oder wird die Jagd aus irgendwelchen anderen Gründen abgebrochen, müssen natürlich die kürzlich erzeugten Energien trotzdem irgendwie verwendet werden. Dann gibt es durchaus Leerlaufhandlungen, heute spricht man eher von Übersprungshandlungen. Das ist dann z. B. ein Kratzen oder Gähnen oder irgendetwas anderes, eigentlich in der Situation unpassendes Verhalten – um die zuvor erzeugte, zielgerichtete Energie abzubauen. Auch wenn das Ziel verschwunden ist. Eine Leerlaufhandlung ist daher kein grundsätzlich falscher Gedanke. Die Annahme aber, dass ständig eine Energie erzeugt wird, nur für den Fall, dass der Hund einem Trieb irgendwann nachgehen wird, konnte mit den modernen Mitteln der Neurobiologie nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil sogar, man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass Energien nur dann abgerufen werden, wenn ein spezieller Reiz einen Trieb oder eine Motivation auslöst, um z. B. zu jagen. Alles andere wäre aus evolutionären Gründen nicht erklärbar. Welchen Vorteil sollte es haben, wenn ständig Leerlaufhandlungen ohne vernünftigen Grund (Reiz) durchgeführt würden. Es wäre nichts weiter als eine gewaltige Verschwendung von Energien. Ein Aufstauen von dauerhaft vorhandener Triebenergie gibt es daher nicht – einen „Triebstau“ gibt es nicht. Im wissenschaftlichen Kontext ist man sich da heute weitgehend einig. Wo der Triebstau immer noch regelmäßig als Rechtfertigung herhalten muss sind die Hundeerziehung und da im Speziellen diverse Hundesportarten. Damit man mich nicht falsch versteht. Ich habe nichts gegen Hundesport an sich. Da der Hund kein Wildtier mehr ist, welches sich, zumindest bei uns in Mitteleuropa, ständig mit dem „Energiesparen“ beschäftigen muss, liegt die Sache ganz anders. Wir füttern den Hunden im Allgemeinen überschüssige Energiereserven an, die natürlich auch abgebaut werden müssen. Adäquate Beschäftigungen im wohldosierten Umfang sind daher für Hunde ganz wichtig. Aber diese angefütterten Energiereserven sind für alle notwendigen Handlungen zuständig – es gibt keine, und vor allem keine aufgestaute Energie speziell für die Jagd und eine andere Energie, die bei der Flucht benötigt wird. Ein Fahrzeug hat ja auch keinen Tank für den Vorwärtsgang und einen für den Rückwärtsgang ;-)
Energiereserven sollten also in vernünftigem Umfang, durch Bewegung oder geistige Aufgaben, abgebaut werden, was letztlich dem körperlichen und geistigen Wohlbefinden zugutekommt. 
Unterschiedlich starke Stimulanz
Wichtig ist bei diesem Thema noch zu erwähnen, dass es Hunde- und Hunderassen gibt, die augenscheinlich einen stärkeren Trieb in unterschiedlichen Bereichen haben, als andere Hunde. Als Beispiel kann man da Jagdhunde anführen, die oft heftiger und schneller auf den Reiz reagieren, der den Jagdtrieb auslöst. Das hat aber nichts damit zu tun, dass diese mehr „Triebenergien“ für die Jagd hätten. Dass der Gedanke heute so nicht mehr gehalten werden kann, hatten wir ja schon erläutert. Es ist vielmehr so, dass der Teil des zentralen Nervensystems, welcher für die Erzeugung  der Energien und die notwendige Erregung zuständig ist(der Sympathikus), schneller und leichter durch einen triebauslösenden Reiz stimuliert werden kann. Das wurde und wird durch Selektion erreicht. Eine „triebstarker Hund“ reagiert also nur sensibler auf einen auslösenden Reiz und hat nicht mehr „Triebenergien“, wie schon erläutert. Je häufiger man übrigens den Sympathikus mit einem auslösenden Reiz stimuliert, desto sensibler reagiert dieser auf diese Reize. Das heißt, wenn ich zum Beispiel einen Jagdhund ständig mit einer Reizangel stimuliere, also häufig den Jagdtrieb abrufe, wird dieser immer stärker statt schwächer. Einen Hund mit großer Jagdleidenschaft sollte ich also nicht mit jagdsimulierenden Spielen beschäftigen. Was leider in der Jagdhundeausbildung oft passiert. Da wird die Reizschwelle für das Jagen immer stärker herabgesetzt, die Hunde sollen also auf den Reiz eines  flüchtenden Beutetieres sehr sensibel reagieren. Um dann, oft mit „unfreundlichen“ Mitteln, wieder von der Jagd abgebracht zu werden – der Hund soll also „Gehorsam“ lernen. Auch dann, wenn er dabei ist seinen natürlichen Trieb auszuleben, der zuvor ausgelöst wurde. Ein Trieb, der ausgelöst wurde, dann aber nicht ausgelebt werden kann, führt unweigerlich zu Frustration. Und Frustration kann sich aufstauen…
Ähnlich ist es übrigens auch bei den vorher bereits erwähnten speziellen Hundesportarten, die sich über Triebstau rechtfertigen. Durch ständiges, künstliches aussenden von Reizen und danach immer folgenden Abbrüchen (auch oft über unangenehme Mittel für den Hund), werden viele frustrierte Hunde erzeugt…
Wie gesagt, ich habe natürlich nichts gegen Hundesport, wo Hunde eine Beschäftigung bekommen, die ihnen und ihren Besitzern „Spaß“ macht und für Körper und Geist gesund ist. Aber Hundesport, bei dem nur der Besitzer Spaß hat, der Hund aber letztlich nur frustriert wird, findet meine Zustimmung sicher nicht. Auch wenn als Rechtfertigung immer wieder das Märchen des Triebstaus herhalten muss.
Spezielle Sportarten oder Ausbildungsmethoden möchte ich hier nicht nennen, sondern nur die Hundebesitzer zum Nachdenken anregen, ob sie wirklich immer mit den korrekten Informationen versorgt sind, wenn es um das Wohlergehen des Hundes geht… 
Quellen:
Hanna-Maria Zippelius: Die vermessene Theorie. Vieweg 1992

Klaus Immelmann, Klaus R. Scherer, Christian Vogel: Psychobiologie. Grundlagen des Verhaltens. Beltz-Verlag 1988

Wolfgang Wickler: Von der Ethologie zur Soziobiologie. In: Jost Herbig, Rainer Hohlfeld (Hrsg.): Die zweite Schöpfung. München, 1990

W. Müller, S. Frings: Tier- und Humanphysiologie. 4. Auflage, Springer 2009

Gerhard Heldmaier,Gerhard Neuweiler: Vergleichende Tierphysiologie. Springer 2003

 

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Haben Hunde auch Albträume?





















© Heß / Riepe 2012








Anmerkung zu Kommentaren:
Kommentare sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und der Diskussion, besonders bei kontroversen Themen. Allerdings sind wir der Meinung, dass jeder, der einen Kommentar schreibt, auch dazu stehen sollte, seinen Namen offen nennen und sich nicht hinter einer vermeintlichen Internetanonymität verstecken sollte. Darum können wir nur Kommentare zulassen, bei der jeder Verfasser seine Identität direkt offenlegt. Name, Adresse und eine Emailadresse, die bestätigt werden muss, müssen unter jedem Kommentar angefügt werden. Im Sinne der Gleichbehandlung können wir keine Kommentare ohne diese Unterschrift veröffentlichen.
 

Freitag, 12. Oktober 2012

Fremde Hunde als Trainingspartner „benutzen“?


Canisund Onlineserie – „Unarten“ von Hundehaltern

Teil 1

Fremde Hunde als Trainingspartner „benutzen“

Wenn Hunde ein Verhalten zeigen, welches von Menschen nicht gewünscht wird, wird oft leichtfertig von einer „Unart“ geredet. Meist sind diese „Unarten“ bei näherer Betrachtung ein normales Hundeverhalten, welches der Mensch nicht erkennt und zusätzlich in gewissen Situationen nicht tolerieren möchte. Oft wurde dieses als „Unart“ beschriebene Verhalten dem Hund vom Hundehalter unbewusst, aufgrund mangelnder Kenntnisse bzgl. des Hundeverhaltens, antrainiert. Die vermeintlichen Unarten der Hunde sollen hier aber nicht das Thema sein. Vielmehr möchte sich CANISUND in dieser Onlineserie mit Unarten beschäftigen, die sich auf das Verhalten der Hundehalter beziehen.
Heute möchten wir einmal darauf hinweisen, dass es eine wirklich lästige Unart von einigen Hundehaltern ist, fremde Hunde ungefragt als Trainingspartner zu „nutzen“.
Ein Beispiel: Ein Hundehalter möchte mit seinem Hund das Verhalten gegenüber fremden Hunden trainieren. Er geht dafür gezielt zu einem Garten, worin sich ein territorialer Hund befindet. Der Hund läuft bellend zum Zaun seines Grundstücks, wenn fremde Hunde vorbeigehen. Solange der Hund bellend zum Zaun läuft, aber das Bellen einstellt, wenn der „Feind“ vorbeigegangen ist, ist das ein völlig normales, territoriales Verhalten. Natürlich muss man das im Auge behalten, damit es sich nicht übertrieben entwickelt. Wenn jetzt aber fremde Hundehalter sich an den Zaun des territorialen Hundes begeben, direkt davor stehen bleiben – ihren Hund ins „Sitz“ bringen um so dessen Verhalten zu trainieren, ist das fast mehr als eine „Unart“. Der Hundehalter sollte einfach einmal versuchen, sich in die Hunde hineinzuversetzen. Da ist erst einmal der Hund auf dem Grundstück, hinter dem Zaun, der eigentlich nur fremde Hunde von seinem Grundstück fernhalten möchte. Bleibt der Fremde jetzt vor dem Grundstück sitzen, veranlasst das den Hund, der das Grundstück bewacht, natürlich dazu, sich immer mehr aufzuregen. Weil er schlicht und einfach denkt, der Hund, der nicht weitergeht, bleibt vor seinem Grundstück sitzen, um ihn zu provozieren und herauszufordern. Der Hund sieht das als ernsthafte Bedrohung an, wodurch sich sein Stress und seine Erregung immer weiter steigern. Der Hund des Hundehalters ist genauso im Stress – eigentlich würde er gerne weitergehen, weil er die Drohungen des Hundes hinter dem Zaun versteht und einer Konfrontation entgehen möchte. Er wird aber vom Besitzer gezwungen, an der Stelle sitzen zu bleiben. Der trainierende Hundebesitzer stellt also künstlich eine völlig unnötige und unnormale Situation her, in der beide Hunde stark gestresst werden. Nicht nur der eigene Hund – eben auch der andere Hund auf „seinem“ Grundstück. An dieser Stelle soll gar nicht darüber diskutiert werden, welches Training man ggf. mit dem territorialen Hund machen könnte, oder welches Training für den Hund vor dem Zaun sinnvoll wäre, um ihn vielleicht an Hunde zu gewöhnen oder sein Sozialverhalten zu verbessern. Es ist auf alle Fälle nicht in Ordnung, einen fremden Hund einfach ins Training einzubinden – und dann noch sämtliches Normalverhalten, sämtliche Körpersprache unbeachtet lässt…
Also, fremde Hunde ungefragt als „Trainingspartner“ zu nutzen ist unserer Meinung nach eine menschliche Unart im Umgang mit Hunden.
(Redaktion CANISUND)
 
Wenn Sie sich auch über „Unarten von Hundebesitzern“ ärgern, schreiben Sie uns doch eine Mail. Wir werden dies gerne in unserer Serie berücksichtigen.
 

www.canisund.de




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Kommentare sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und der Diskussion, besonders bei kontroversen Themen. Allerdings sind wir der Meinung, dass jeder, der einen Kommentar schreibt, auch dazu stehen sollte, seinen Namen offen nennen und sich nicht hinter einer vermeintlichen Internetanonymität verstecken sollte. Darum können wir nur Kommentare zulassen, bei der jeder Verfasser seine Identität direkt offenlegt. Name, Adresse und eine Emailadresse, die bestätigt werden muss, müssen unter jedem Kommentar angefügt werden. Im Sinne der Gleichbehandlung können wir keine Kommentare ohne diese Unterschrift veröffentlichen.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Stachelhalsband und Co. – Was sind die Auswirkungen auf das Hundeverhalten und welche rechtliche Konsequenzen hat man bei Anwendung zu erwarten?


Das Magazin „CANISUND“ und der Internetblog „Klartexthund“ haben einen gemeinsamen CANISUND-Blog gegründet. In diesem BLOG werden diverse Themen rund um den Hund im Klartext und vollkommen unabhängig angesprochen. Der Blog wird in Zukunft ältere Artikel aus KLARTEXTHUND und CANISUND veröffentlichen, aber ständig aktuelle Entwicklungen rund um den Hund und andere Hundeartige thematisieren. Mit dem ersten Eintrag in den CANISUND-Blog möchte ich mit einem KLARTEXTHUND-Artikel darauf hinweisen, welche Nebenwirkungen die Anwendung schmerzverursachender Hundebehandlung haben kann…
(Thomas Riepe, Chefredakteur CANISUND)  

Stachelhalsband und Co. – Was sind die Auswirkungen auf das Hundeverhalten und welche rechtliche Konsequenzen hat man bei Anwendung zu erwarten?
Die Erziehung eines Hundes über Schmerz und Gewalt kann gravierende Auswirkungen auf das Verhalten und die Lebensqualität des Hundes haben, sowie rechtliche Konsequenzen für den Hundehalter bzw. Hundeausbilder, nach sich ziehen. Diese Konsequenzen möchte ich hier, in kompakter Form, aufzeigen. Unter Punkt 1 die möglichen Auswirkungen auf das Verhalten und die Psyche des Hundes. Punkt 2 wird Ihnen eine Auswahl an Hilfsmitteln und Methoden darstellen, die Schmerz und Leid für Hunde bedeuten und somit in Deutschland verboten sind. Im 3. Punkt werden die rechtlichen Aspekte erläutert. 
Punkt 1 – Auswirkungen auf das Hundeverhalten
Schmerz wird im Säugetiergehirn in einem Gehirnbereich verarbeitet, der Amygdala genannt wird. Dieser Teil des Gehirns steuert ebenfalls die Aggression. Schmerz und Aggression liegen also nah beieinander und bedingen sich gegenseitig. Das hat den evolutionären Grund, dass sich Säugetiere, die Schmerzen empfinden, die ggf. durch den Angriff eines anderen Lebewesens hervorgerufen werden, verteidigen können. Und dies mit der notwendigen Aggressivität. Fügt man einem Hund also Schmerzen zu, wird dieser Reiz sämtliche Schutzmechanismen des Individuums aktivieren  - auch die Bereitschaft zu aggressivem Verhalten, zur Selbsterhaltung. Dem Reiz „Schmerz“ folgt also die Motivation (der Trieb) zur Selbsterhaltung. Unterdrückt ein Mensch jetzt durch noch mehr Schmerz und Unterdrückung diesen Trieb, kann dies zu einer Frustration führen, weil der Trieb auf den Reiz nicht ausgelebt werden kann. Aufgestaute Frustrationen können dann zu Aggressionen führen – die sich auch plötzlich entladen. „Der hat aus heiterem Himmel zugebissen“, sind die Worte, die man immer wieder hört. Forscht man dann etwas weiter, erfährt man häufig, dass solche „plötzlichen Beißer“ mit Stachelhalsbändern und ähnlichem geführt wurden…
Diese aufgestaute Frustration hat übrigens nichts mit einem „Triebstau“ zu tun – den gibt es nämlich nicht. Um einen Trieb/eine Motivation zu „aktivieren“ bedarf es immer eines auslösenden Reizes. Erst wenn der Trieb ausgelöst wurde, kann Frustration aufkommen, wenn er dann unterdrückt wird. Wird ein Trieb erst gar nicht durch einen Reiz ausgelöst, kann er sich auch nicht aufstauen.
Durch die Anwendung von Schmerzverursachenden Hilfsmitteln in der Hundeerziehung erreicht man daher vielleicht „Erfolge“, dass der Hund unterdrückt wird und aus Angst vor negativen Konsequenzen „funktioniert“. Aufgestaute Frustration, die Verarbeitung von Schmerz und die Bildung von Aggression in direktem Zusammenhang im gleichen Gehirnareal, können einen Hund allerdings zu einer Zeitbombe machen, die unkontrolliert mit starker Aggression explodiert.
Jemand, der seinen Hund also mit schmerzverursachenden Hilfsmitteln oder Methoden ausbildet, handelt nicht nur moralisch, dem Lebewesen Hund gegenüber, sehr fragwürdig. Es besteht durch diese Art der Hundeerziehung auch eine reale Gefahr für das Wohl der Mitmenschen.
Punkt 2 – Schmerzverursachende Hilfsmittel
…sind das Stachelhalsband, das Elektroreizgerät („Teletakt“), Würgehalsbänder, aber auch Erfindungen der neueren Zeit wie so genannte „Erziehungsgeschirre“, die mit dünnen Riemen unter den Achseln der Hunde Arterien und Nerven einklemmen, oder „Gentle Leader“, Kopfhalfter, die mit starkem Druck auf den Hinterkopf und die Schnauze geradezu Foltermittel sind. Man kann sich merken, dass jedes Hilfsmittel, welches eine mechanische Funktion hat, nur über Schmerz funktioniert.
Keine speziellen Hilfsmittel, aber doch schmerzverursachende Methoden in der Hundeerzeihung sind z. B. der Leinenruck (von einigen „Hundetrainern“ heute auch harmloser Leinenimpuls oder Leinenkorrektur genannt) und natürlich jede Form von Schlägen etc.
Punkt 3 – Rechtliche Auswirkungen
Nach den Vorgaben des Tierschutzgesetzes (TierSchG) ist der Einsatz von mit Schmerzen verbundenen Erziehungsmethoden oder -mitteln untersagt. So ist es gemäß § 3 Nr. 5 TierSchG verboten, ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind. Ferner ist es nach § 3 Nr. 11 TierSchG verboten, ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.                 
Danach ist die Verwendung von Stachel- und Würgehalsbändern als Disziplinierungsmittel ebenso unzulässig (vgl. Kluge-Ort/Reckewell, Tierschutzgesetz, § 3 Rn 51) wie der Einsatz von Elektroreizgeräten, wobei es bei letzteren nichtmals auf die konkrete Verwendung eines solchen Geräts im Einzelfall, sondern nur darauf ankommt, ob es von seiner Bauart und Funktionsweise her (abstrakt) geeignet ist, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen (BVerwG, NJW 2006, 2134). Sogar die Verwendung von Attrappen dieser Elektroreizgeräte ist verboten, falls bei dem Tier zuvor ein echtes Gerät eingesetzt wurde (Lortz/Metzger, Tierschutzgesetz,    § 3 Rn 41 mwN). Wirksame bundes- oder landesrechtliche Ausnahmen von diesen zwingenden gesetzlichen Vorgaben gibt es nicht, so dass jedwede Hundeausbildung verboten ist, die zu erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden beim Tier führt. 
Verstöße gegen die vorgenannten Vorschriften können gem. § 18 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 4 TierSchG mit Geldbußen bis zu 25.000,00 EUR geahndet werden. Darüber hinaus können die für den Vollzug des TierSchG zuständigen Veterinärämter die Anwendung unzulässiger Ausbildungsmethoden gem. § 16a TierSchG untersagen und auch noch weitergehende Anordnungen treffen, sofern gegen eine entsprechende Verfügung verstoßen wird.  
Wenn Sie jemanden beobachten, der diese verbotenen Hilfsmittel und Erziehungsmethoden einsetzt, sollten Sie sich nicht scheuen, diese Fälle zur Anzeige zu bringen. Anzeigen müssen bei den zuständigen Veterinärämtern oder der Polizei erstattet werden. Die Polizei ist verpflichtet, diesen Anzeigen ordnungsgemäß nachzugehen.
 
CANISUND – Magazin für Hundeartige und mehr